Nepal - Vorerst ohne Radl!

Veröffentlicht auf von Barni J.R.

Ab in die Berge


Wie ihr alle wisst bin ich ein sogenannter "Ex-Radler" (Zitat Buggo&Barni).

In Kathmandu haengte ich mein Radler-Dasein vorerst an den Nagel, bzw. an die Enden von Baustahltraegern meiner Unterkunft.



Dort befindet sich das gute Stueck, hoffentlich so lange bis ich wieder nach Kathmandu zurueck komme.

Falls doch ein Langfinger mein Radl mitnimmt habe ich in Pokhara schon Vorkehrungen getroffen. Dazu am Ende des Artikels mehr.


Ich machte mich also mit Camillo (Reka und Guillome aus der Tibetgruppe trafen wir spaeter) mit dem Bus in Richtung Annpurna-Himalaya auf.  

Die Annapurna-Region zaehlt mit den Gipfeln Annapurna I (8091m), dem Dhaulagiri (8125m) und mit zahlreichen 7000ern zu den hoechsten Gebirgszuegen des Himalaya. Dank der grossen landschaftlichen und kulturellen Unterschiede wohl auch zu den spannendsten Wanderungen in Nepal.

Hier die Karte unserer Wanderung....





Zu Beginn der Tour waren wir noch erstaunt ueber die zahlreichen Traeger, und dem Unterschied zu unserem Gepaeck.

Doch diese Maenner, die hier fuer 10 Cent die Stunde bis zu 85Kg den Berg hochschleppen versorgen die abgelegenen Doerfer (die keine Strassenanbindung haben) mit dem Notwendigsten.
































Die ersten Tagesetappen fuehrten uns durch fruchtbare, tropische Taeler.

Hier unsere erste Unterkunft, die wir mit den Besitzern, darunter auch einige Huehner, teilen durften.




Auch Touristen werden manchmal fuer ganz alltaegliche Dinge gebraucht.

So manches Schulkind wurde von uns nach Hause begleitet....



Strassenmusiker saeumten den Weg....



...und die Aussicht auf die Berge war grandios...



Die Berge schienen noch weit weg zu sein, aber Tag fuer Tag kamen wir den Riesen naeher.

Die Landschaft aenderte sich vom tropischen fast schlagartig...



In den staubigen Doerfern ueber 4000m Hoehe war nichts Gruenes mehr zu finden.

Alles war nun ein bisserl schwerer. Die Luft duenn. Die Fuesse schmerzten. Ich hatte 12!! Blasen, und das an nur einem Fuss.

Die Sehnsucht nach meinem Radl wurde groesser, da schmerzt nur der Hintern.

Aber wie's so schoen heisst

...dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her."

- fanden sich einige Leckerbissen (Ich meine hier natuerlich den Apfelstrudel!)



Es ging also voller Elan weiter und hoeher hinauf.

Hier auf dem Weg mit unseren tschechischen Freunden (3x Peter, die hiessen wirklich alle Peter und 1x Jeanette) hinauf zum hoechsten Punkt unserer Tour, dem Thorung La Pass auf 5400m Hoehe. Bei Minus 10 Grad ein frostiges Vergnuegen.



Die Passueberquerung erfuellte mich so mit Stolz, dass mir danach war eine Fahne zu schwenken.

Wenn vielleicht auch nicht die Richtige....




Vom Pass hinunter ging es in das "Verbotene Koenigreich Mustang". Bis hinein in die 80er Jahre war das Gebiet fuer Fremde noch vollstaendig gesperrt und abgeriegelt.

Das Koenigreich hatte seit jeher einen Sonderstatus innerhalb dem Koenigreich Nepal, so wurde zum Beispiel so gut wie kein Handel mit anderen Regionen betrieben.

Wie diese Menschen ueberleben konnten ist mir aber angesichts der trockenen Gegend ein Raetsel....



Der Wind setzte nicht nur uns zu....



sondern auch den tibetischen Moenchen, die gerne mal rasten.....



Doch nur zwei Tagesmaersche von dieser abstrakten Mondlandschaft fanden wir uns wieder im ueppigen Gruen

Bananen - Mangos - Orangen



Landwirtschaft war wieder moeglich

- Hier Baeuerinnen beim Erbsenzaehlen...



Nach knapp 3 Wochen und 250 KM Bergmarsch war unsere Tour, die uns rund um den Annapurna fuehrte  zu Ende.

Hier Blick zurueck auf den Annapurna I bei Sonnenuntergang.




und den Dhaulagiri bei Sonnenaufgang....



Nach dieser Zeit, ohne Strom, ohne Autos - ja sogar ohne Radl sehnten wir uns zurueck nach Zivilisation.

Pokhara eine angenehme Kleinstadt hier in Nepal war das Ziel - Was gibts hier zu tun:

Erstmal Haareschneiden....



Danke an Camillo fuer den adretten Haarschnitt und an die Regensburger Federballer fuer das Schweizer Taschenmesser...

Zur Zeit verdiene ich hier mein Geld als Tennislehrer im Pokhara Gurung TennisClub. Naja immerhin fuer eine gratis Unterkunft und ein Mittagessen.

Hier mein talentiertestes Exemplar, Badong, im schicken Tennisoutfit.



Nachdem mein Radl im 200KM entfernten Kathmandu am Baustahl haengt und ich mich hier in Pokhara pudelwohl fuehle, entschied ich mich kurzerhand fuer ein indisches Fabrikat

Hier mein neues Avon-Quality Indian Made Cycle



Das Schmuckstueck, das aus feinstem indischen Stahl hergestellt wurde, mit Chromfelgen ausgestattet ist und generell ein mechanisches Wunderwerk ist, wird mich dann im Laufe der naechsten Wochen nach Kathmandu bringen.

Bericht folgt - Einschliesslich der Wiedersehnsfeier mit Barni&Buggo.

Beste Gruesse ins bayerische

Martin

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T
Hi Martin!<br /> <br /> Nach längerer Zeit mal wieder ein Kommentar von mir. Bin wie immer beeindruckt von den Photos und hoch erfreut, Dich als "Ex-Radler" doch mal wieder auf einem Fahrrad zu sehen. Auch wenn Du das Mountainbike inzwischen gegen ein Cityrad eingetauscht hast (was kommt als nächstes, ein Klapprad!?) :)<br /> <br /> Wir waren übrigens schwer enttäuscht, dass Du nicht zur Weihnachtsfeier der "Regensburger Federballer" (Frechheit und Zitat Martin = Ex-Mitglied) angereist bist! Photos von diesem Mega-Event findest Du auf unserer Homepage, falls diese -wider Erwarten- in China nicht zensiert sein sollte.<br /> <br /> Weiterhin viel Spass,<br /> Tobi
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L
Servus Mattl, wiedermal äusserst beeindruckend, deine Wanderung durchs Himmalaya, wo du dem Himmel um einiges näher bist. Ich hoffe, dein Bike hängt noch am Baustahl, aber du hast ja jetzt ein neues! Könnte mir gut vorstellen, wie DU damit (am besten barfuß, wie nach holzöster) eure Tour fortsetzt. Schicke Kurzhaarfrisur, weiter so, dann kannst du dich vor indischen Mädels kaum retten. Grüsse aus dem bayerischen, lois
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M
<br /> <br /> Servus Lois! danke fuers Kommentar - das Radl ist (leider) noch da, d.h. die Tour wird unspektakulaer mit dem MTB fortgesetzt.<br /> Den Haertetest hat das Indien-Radl uebrigens ueberstanden - 200km von Pokhara nach Kathmandu. Beste Mechanik, vielleicht werd ich noch zum Indien-Radl-Importeur!!!<br /> <br /> <br /> <br />
C
"Kathmandu I'll soon be seeing you... Kathmandu I'll soon be touching you ..." des hab ich ja schon vor Jahren gesungen!<br /> Viel Spaß euch Reisenden, wenn ihr bald (wieder) in Kathmandu seid. Grüßt mir die Nepalesen!
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